Für mich gehört die Webflow Conf mittlerweile zu den Terminen, bei denen es um deutlich mehr geht als um die eigentliche Veranstaltung. Natürlich könnte ich mir die Keynotes und Produktankündigungen auch von zu Hause aus ansehen. Vor Ort bekommt man aber einen ganz anderen Eindruck davon, wohin sich Webflow entwickelt, kann direkt mit den Teams hinter den Produkten sprechen und trifft Partner aus der ganzen Welt. Gerade als Webflow Premium Partner ist dieser Austausch für mich extrem wertvoll.
Dieses Jahr war außerdem besonders spannend, weil Webflow mit Source by Webflow einen ziemlich großen Ausblick darauf gegeben hat, wie die Plattform in Zukunft aussehen könnte.
Die Webflow Conf 2026 im Video
Du möchtest lieber direkt mit nach Boston kommen? Ich habe die komplette Reise zur Webflow Conf 2026 mit der Kamera begleitet – von der Anreise über die ersten Events und die Conference bis zu unseren Tagen in Boston. Im Vlog bekommst du einen persönlichen Einblick hinter die Kulissen und siehst natürlich auch die wichtigsten Ankündigungen und Highlights der Conference.
Von Deutschland nach Boston
Los ging es am 31. August. Von Hilden aus bin ich zunächst mit dem Zug nach Frankfurt gefahren, wo ich Tobias getroffen habe. Von dort ging es gemeinsam weiter zum Flughafen und schließlich für rund neun Stunden über den Atlantik nach Boston.
Nach der Ankunft ging es direkt in unser Hotel im Seaport District. Die ersten Nächte waren über Webflow organisiert, anschließend hatten wir unseren Aufenthalt noch etwas verlängert. Dass die Conference unmittelbar bevorstand, konnte man im Hotel ohnehin kaum übersehen. Webflow hatte zahlreiche Flächen gebrandet und gefühlt das halbe Hotel übernommen. Man war also schon mittendrin, bevor man überhaupt einen Fuß auf das eigentliche Conference-Gelände gesetzt hatte.
Viel Zeit zum Ankommen blieb allerdings nicht. Noch am selben Abend stand das erste Partner Event auf dem Programm.
Partner Event, F1 und die ersten Gespräche
Webflow hatte die Partner zu einem Event in eine Formula-1-Bar eingeladen. Neben Essen, Drinks und Racing ging es dort vor allem darum, andere Partner und das Webflow-Team wiederzusehen. Genau diese Abende sind für mich inzwischen ein wichtiger Teil der gesamten Reise.
Natürlich ist es interessant, sich mit anderen Agenturen und Freelancern darüber auszutauschen, wie sie mit Webflow arbeiten und welche Projekte sie umsetzen. Noch spannender finde ich aber den direkten Kontakt zu den Teams bei Webflow. Als Premium Partner bekommt man hier die Möglichkeit, sehr offen über Erfahrungen aus echten Kundenprojekten zu sprechen: Was funktioniert gut? Wo stoßen wir an Grenzen? Welche Funktionen fehlen uns und was wünschen sich insbesondere größere Kunden?

Das Schöne daran ist, dass dieser Austausch nicht nur pro forma stattfindet. Die Leute aus dem Webflow-Team suchen diese Gespräche aktiv und wollen wissen, was draußen in den Projekten tatsächlich passiert. Gerade wenn man täglich mit Webflow arbeitet und inzwischen auch immer mehr Enterprise-Projekte umsetzt, ist dieser direkte Draht unglaublich wertvoll.
Dass es an dem Abend außerdem ziemlich gutes Wagyu gab, hat natürlich auch nicht geschadet.
Der erste Blick auf Source by Webflow
Noch bevor die große Opening Keynote begann, bekamen wir einen ersten Eindruck von Source by Webflow. Für mich wurde relativ schnell klar, dass das wahrscheinlich die wichtigste Ankündigung der diesjährigen Conference werden würde.
Source ist dabei nicht einfach das nächste große Feature für den bestehenden Webflow Designer. Die Idee geht wesentlich weiter. Webflow möchte damit eine gemeinsame Arbeitsumgebung schaffen, in der Designer, Entwickler, Marketing-Teams und AI Agents zusammen an Websites und digitalen Marketingmaßnahmen arbeiten können.
Das passt zu einer Entwicklung, die wir ohnehin schon beobachten. Lange waren Designer und Entwickler diejenigen, die Websites gebaut und verändert haben. In den vergangenen Jahren sind Marketing- und Content-Teams immer stärker direkt in diese Prozesse gerückt. Jetzt kommen AI Agents hinzu, die selbst Aufgaben übernehmen, Inhalte bearbeiten, analysieren und Code schreiben können.
Webflow reagiert darauf nicht nur mit einem zusätzlichen AI-Button, sondern denkt grundsätzlicher darüber nach, wie eine Plattform für diese neue Art der Zusammenarbeit aussehen muss.
Source soll sich direkt mit einer bestehenden Codebase und dem MarTech-Stack verbinden. Gleichzeitig können unterschiedliche Teammitglieder über sogenannte Views Arbeitsoberflächen bekommen, die genau auf ihre Aufgaben zugeschnitten sind. Ein Designer benötigt schließlich andere Werkzeuge als ein Performance Marketer, während ein Content-Team wiederum ganz andere Anforderungen hat.
Besonders interessant finde ich dabei, dass Code die technische Grundlage bleibt. Source soll also nicht einfach eine weitere Abstraktionsschicht über den eigentlichen Code legen, sondern Agents direkten Zugriff darauf ermöglichen und gleichzeitig die visuelle Kontrolle bieten, für die Webflow bekannt ist.
Aktuell befindet sich Source noch in einer limitierten Research Preview. Es wird also sicherlich noch dauern, bis wir sehen, wie das Ganze im echten Projektalltag funktioniert. Die grundsätzliche Richtung finde ich aber extrem spannend.
Opening Keynote: Wohin entwickelt sich Webflow?
Am nächsten Morgen begann dann die eigentliche Webflow Conf. Nach Kaffee, Coke und der notwendigen Grundversorgung ging es zur Opening Keynote mit Webflow CEO Linda Tong.
Eine Aussage aus der Keynote ist bei mir besonders hängen geblieben: Code wird zunehmend zur Commodity. Durch AI können heute viel mehr Menschen Software und Websites bauen, ohne selbst klassische Entwickler zu sein. Damit verändert sich zwangsläufig auch die Frage, wodurch sich gute digitale Produkte überhaupt noch voneinander unterscheiden.

Ich finde diesen Gedanken gerade aus Designer-Sicht interessant. Wenn es immer einfacher wird, technisch irgendeine Website zu produzieren, verliert die reine Fähigkeit, etwas umzusetzen, an Exklusivität. Gleichzeitig werden Konzeption, Marke, User Experience, Designsysteme und letztendlich das handwerkliche Niveau des Ergebnisses umso wichtiger.
Genau diese Veränderung konnte man eigentlich durch die gesamte Conference hinweg beobachten. Webflow möchte nicht mehr ausschließlich das Tool sein, in dem Designer und Entwickler Websites bauen. Die Plattform entwickelt sich immer stärker zu einer Umgebung, in der komplette Marketing-Teams arbeiten und AI Agents werden dabei ganz selbstverständlich als Teil dieses Teams betrachtet.
Campaigns und Assets: Webflow geht stärker ins Marketing
Diese neue Ausrichtung wurde besonders bei zwei neuen Produkten deutlich: Campaigns und Assets.
Campaigns richtet sich vor allem an Performance-Marketing-Teams. Ausgangspunkt kann eine bestehende Website sein, aus der Webflow Farben, Schriften und UI-Elemente übernimmt und daraus ein Brand System erstellt. Auf Basis eines Briefings können anschließend Landingpages und unterschiedliche Varianten für Zielgruppen, Keywords oder einzelne Accounts generiert werden. Auch passende Werbemittel sollen direkt erstellt und beispielsweise in Google Ads ausgespielt werden können.
Nach dem Launch endet der Prozess nicht. Campaigns soll Conversions messen, sich mit Systemen wie HubSpot oder Salesforce verbinden und auf Basis der Ergebnisse weitere Optimierungen für die Landingpages vorschlagen.
Die reine AI-Generierung einer Landingpage finde ich dabei gar nicht einmal so außergewöhnlich. Das können inzwischen viele Tools. Interessant wird es für mich dort, wo Website, Brand System, Kampagne, Analytics und CRM miteinander verbunden werden. Genau dieser Kontext fehlt vielen einzelnen AI-Tools bislang.
In eine ähnliche Richtung geht Assets. Auch Bilder, Videos und andere Creatives können heute innerhalb weniger Minuten mit AI erstellt werden. Das Ergebnis sieht aber häufig genau danach aus: generiert, generisch und nicht wirklich nach der eigenen Marke.
Webflow möchte deshalb bestehende Designsysteme, Brand Variables und Asset Libraries als Kontext verwenden. Ein Agent soll dadurch verstehen können, wie eine Marke aussieht und vorhandene Assets entsprechend für unterschiedliche Kanäle adaptieren. Ein längeres Video könnte beispielsweise gekürzt, von Füllwörtern bereinigt und direkt mit Untertiteln für Social Media aufbereitet werden, ohne dass das Asset dafür ständig zwischen verschiedenen Tools exportiert und importiert werden muss.
AEO wird für Websites immer relevanter
Ein weiteres großes Thema der Conference war AEO, also Answer Engine Optimization. Dahinter steckt letztendlich die Frage, wie gut eine Marke in Antworten von Systemen wie ChatGPT, Claude, Gemini oder Perplexity auftaucht und wie häufig die eigene Website dort tatsächlich als Quelle zitiert wird.
Das Thema beschäftigt mich selbst schon länger, weil sich die Art, wie Menschen nach Informationen suchen, gerade sichtbar verändert. Klassisches SEO verschwindet dadurch nicht, aber Websites müssen zunehmend auch für AI-Systeme verständlich und zitierbar sein.

Webflow AEO analysiert unter anderem, bei welchen Themen eine Marke erwähnt oder zitiert wird und wo stattdessen Wettbewerber auftauchen. Neue Content Agents sollen solche Lücken erkennen und daraus direkt Briefings sowie neue Inhalte im Webflow CMS erstellen können.
Gerade die Verbindung mit dem CMS macht das aus meiner Sicht interessant. Die Analyse findet nicht irgendwo in einem externen Tool statt, aus dem anschließend wieder manuell Aufgaben abgeleitet werden müssen. Erkenntnisse können direkt dort weiterverarbeitet werden, wo der Content tatsächlich liegt.
AI Agents werden zu Teammitgliedern
Überhaupt waren AI Agents wahrscheinlich der rote Faden der gesamten Webflow Conf 2026. Auffällig war, dass Webflow sie nicht mehr nur als Assistenzfunktion behandelt, sondern zunehmend wie echte Mitglieder eines Teams.
Ein gutes Beispiel dafür ist Agent Presence. Wenn ein Agent an einer Website arbeitet, soll zukünftig direkt auf dem Canvas sichtbar sein, wo er gerade Änderungen vornimmt, ähnlich wie man heute bereits sieht, wenn ein menschliches Teammitglied an einer bestimmten Stelle arbeitet.
Dazu kommen die bereits eingeführten Agent Instructions, die nun automatisch auf Basis einer bestehenden Website generiert werden können. Darin lassen sich beispielsweise Regeln für das Designsystem, die Marke, CMS-Inhalte oder SEO festhalten.
Für mich ist genau dieser Kontext einer der wichtigsten Punkte beim professionellen Einsatz von AI. Die Frage ist inzwischen häufig gar nicht mehr, ob ein Agent eine bestimmte Aufgabe technisch erledigen kann. Entscheidend ist, ob er sie so erledigen kann, wie wir oder unsere Kunden es erwarten. Dafür muss er verstehen, wie ein Designsystem funktioniert, wie eine Marke kommuniziert und welche Regeln innerhalb eines Projekts gelten.
Mit MCP 2.1 geht Webflow noch einen Schritt weiter. Agents bekommen unter anderem tieferen Zugriff auf das CMS und können künftig auch Webflow Interactions mit GSAP erstellen. Statt eine Animation komplett selbst aufzubauen, kann beschrieben werden, was passieren soll. Der Agent erstellt daraus eine native GSAP-basierte Interaction, die anschließend weiterhin über die gewohnten visuellen Werkzeuge angepasst werden kann.
Auch Webflow Cloud wird stärker eingebunden. Deployment-Fehler können Agents zur Verfügung gestellt werden, sodass Tools wie Claude Code, Codex oder Cursor Probleme analysieren und einen erneuten Deployment-Versuch durchführen können.

Releases: Unspektakulär, aber für Enterprise extrem spannend
Eine Ankündigung, die auf den ersten Blick weniger spektakulär als Source oder die ganzen AI-Themen wirkt, fand ich für unsere tägliche Arbeit besonders interessant: Releases.
Damit können größere Teams zukünftig eine komplette Website branchen und Änderungen zunächst getrennt von der Live-Seite vorbereiten. Das betrifft nicht nur einzelne Pages, sondern auch CMS Content, Components, Assets und Locales.
Wer schon einmal an größeren Websites mit mehreren Beteiligten gearbeitet hat, kennt das Problem. Während an einer Stelle ein größeres Feature vorbereitet wird, verändert ein anderes Team Inhalte oder Komponenten auf der Live-Seite. Bei internationalen Websites kommen zusätzlich verschiedene Sprachen und Märkte hinzu.
Releases soll genau dafür eine kontrollierte Umgebung schaffen. Größere Änderungen können gemeinsam vorbereitet, geprüft und anschließend veröffentlicht werden, während der Release Manager sichtbar macht, was verändert wurde und wer woran arbeitet.
Gerade mit Blick auf größere Enterprise-Projekte halte ich das für eine Funktion, die im Alltag einen enormen Unterschied machen könnte. Die Beta ist für später in diesem Jahr angekündigt.
Natürlich waren wir nicht nur wegen Webflow in Boston
Bei mehreren Tagen Conference wollten wir natürlich trotzdem etwas von Boston sehen. Unser Hotel lag im Seaport District, von wo aus wir immer wieder Richtung Downtown unterwegs waren. Neben Sightseeing stand auch die Mission auf dem Programm, ein paar Geschenke mitzubringen, die man nicht genauso gut zu Hause bestellen kann. Was in amerikanischen Geschäften erstaunlich schwierig sein kann.

Kulinarisch haben wir Boston ebenfalls nicht ausgelassen. Von Wagyu beim Partner Event über BBQ und ordentliches Brisket bis zum klassischen amerikanischen Burger war eigentlich alles dabei, was man nach mehreren Tagen Conference gebrauchen kann.
Zum Abschluss der Reise ging es außerdem noch zum Fenway Park, der Heimat der Boston Red Sox. Solche Sachen gehören für mich bei diesen Reisen genauso dazu. Wenn man schon einmal für eine Conference um die halbe Welt fliegt, möchte ich am Ende nicht ausschließlich Hotel, Veranstaltungsort und Flughafen gesehen haben.
Nach knapp einer Woche Boston ging es dann wieder zurück nach Deutschland mit ziemlich vielen Eindrücken und vor allem einem klareren Bild davon, wohin sich Webflow in den kommenden Jahren bewegen möchte.
Mein Fazit zur Webflow Conf 2026
Die einzelnen Produktankündigungen sind für mich am Ende gar nicht der Hauptgrund, warum sich eine Reise zur Webflow Conf lohnt. Die meisten Features kann man sich wenige Stunden später online ansehen und die Sessions stehen anschließend ebenfalls als Videos zur Verfügung.
Der eigentliche Wert entsteht vor Ort. Man spricht mit den Menschen, die Webflow entwickeln, bekommt Hintergründe zu Entscheidungen mit, trifft andere Partner und kann Erfahrungen aus echten Projekten austauschen. Gleichzeitig bekommt man ein Gefühl dafür, welche Themen Webflow gerade wirklich beschäftigen und welche Richtung das Unternehmen langfristig einschlägt.
2026 war diese Richtung für mich deutlicher als in den Jahren zuvor. Webflow möchte nicht mehr ausschließlich der visuelle Website Builder sein, mit dem Designer und Entwickler Websites umsetzen. Die Plattform entwickelt sich zunehmend zu einer gemeinsamen Arbeitsumgebung für moderne Web- und Marketing-Teams, in der Menschen und AI Agents parallel arbeiten.
Source by Webflow ist für mich das deutlichste Signal für diese Entwicklung. Noch ist vieles Research Preview, Beta oder für die kommenden Monate angekündigt. Deshalb wird sich erst im praktischen Einsatz zeigen, wie gut diese Vision tatsächlich funktioniert.
Für unsere Arbeit als Designer, Entwickler und Webflow Partner dürfte sich dadurch aber einiges verändern. Wenn AI immer mehr Produktionsaufgaben übernehmen kann, werden andere Fähigkeiten wichtiger: eine gute Konzeption, ein durchdachtes Designsystem, Markenverständnis, User Experience, Qualitätskontrolle und vor allem die Fähigkeit, einem Agent den richtigen Kontext zu geben.
Ich sehe diese Entwicklung deshalb auch nicht als Widerspruch zu hochwertigem Webdesign. Wenn es immer einfacher wird, irgendeine Website zu produzieren, steigt aus meiner Sicht der Wert derjenigen, die wissen, wie eine wirklich gute Website aussehen und funktionieren muss.
Und genau deshalb war Boston für mich nicht nur eine ziemlich gute Woche, sondern auch ein spannender Ausblick darauf, wie unsere Arbeit mit Webflow in den nächsten Jahren aussehen könnte.







